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Out of the Box

(2001)

Logoanimation. Visualisierung des Logos '(thinking) out of the box' mit einfachsten geometrischen Formen.

 

Film

MPEG (4 Mb, 1:04 min)

 

Screenshots

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Dramaturgie

Die Dramaturgie entwickelt sich durch verschiedene Stimmungen, welche aufeinander folgend an Dramatik zunehmen und am Schluss aufgelöst werden.

1. Einführung. Diese beginnt mit einem dunkelblauen Schirm, in den eine hellblaue Fläche eindringt, von der man erst nur eine Kante wahrnimmt. Dann erscheint eine Ecke. Dann kann die Fläche als Quadrat erkannt werden.
2. Entfaltung. Zur grossen Überraschung klappt nun das Quadrat auf. Und erst jetzt wird die Örtlichkeit klar in dem man sich bewegt: ein scheinbar unendlich grosser, dreidimensionaler Raum. Man beobachtet fasziniert die Entfaltung des Objektes. In diesen beiden Kapiteln herrscht dieselbe musikalische Stimmung, alles wirkt noch kühl ruhig.
3. Aufbau. Eine weitere Überraschung. Die zweidimensionale Ebene wird verlassen und das Objekt selbst wächst in die Höhe bis es sich wieder über dem Betrachter zusammenfindet. Neue musikalische Stimmung unterstützt dies durch höhere Gesangslage.
4. Schliessen. Bis jetzt war die Entwicklung leicht und Übersichtlich. Jetzt überschlagen sich die Ereignisse. An mehreren Orten gleichzeitig schliesst sich nun der schon vordefinierte Kubus. Das neue Volumen des Chors entspricht den visuellen Ereignissen.
5. Gefangen. Nun ist die Entwicklung abgeschlossen und man wird sich der Situation gewahr in der man sich befindet. Die durch Paukenschlag erscheinenden Lichter unterstützen den Eindruck des Gefängnisses um ein weiteres. Gleichzeitig stehen diese auch für die Möglichkeit eines Auswegs, den man zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch noch nicht sehen kann.
6. Ausweg. Jetzt kommen die rettenden neuen Gedanken in Form von zwei Schwärmen von sich farblich ständig verändernder kreisförmiger Scheiben welche einen aus dem Gefängnis bringt und am Schluss sich zum Symbol 'out of the box’ vereinigen. Der Chor singt nun nicht mehr in seiner harten, rhythmischen Weise sondern hat zu einer fliessenderen Ausdrucksweise gefunden.

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Prozess

Die Arbeit entstand Ende 2001, während einer intensiven Woche an 3d Studio Max. Begonnen hat der Prozess jedoch ein Jahr vorher.

Ein Freund musste für seine Designschule in kürzester Zeit ein Kinoplakat für den Film "The Cube" erstellen. Er hatte die Idee mit einem 3d Programm zu arbeiten. Nur beherrschte er keines. Und als er erfuhr, dass ich mit 3d Studio Max arbeiten kann, fragte er mich an, ob ich ihm helfen könnte. Natürlich sagte ich zu, war dies doch die Möglichkeit für mich einem Kreativen über die Schulter zu schauen, obwohl es dann in während der Umsetzung umgekehrt war. Wir beide hatten den Film nicht gesehen, und das Resultat war das Bild eines Raumes mit verschiedenen Flächen ziemlich wirr angeordnet, nach rein ästhetischen Gesichtspunkten gestaltet. Das wichtigste an das ich mich erinnere ist die kühle blaue Farbe.

Diese Episode wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn wir nicht doch noch den Film gesehen und ein halbes Jahr später ein anderer Kollege eine Multimedia Firma gestartet hätte, mit dem "Exit" Logo.

Das "Exit"-Logo steht für 'thinking out of the box', was frei übersetzt bedeutet 'ausserhalb der Kiste denken'. Das Logo steht für die Aufgabe der Firma, ihren Kunden bei den Problemen zu helfen und Ihnen den Weg aus der Sackgasse zu zeigen.

Bei "The Cube" geht es, ganz kurz gefasst, um eine (ziemlich blutige) Parabel der "human condition", des "Zustands der Menschheit". Eine Handvoll verschiedener Personen mit unterschiedlichen Fähigkeiten findet sich in einer schier auswegslosen und tödlichen Situation, in der durch Teamwork zwar einen Ausweg gefunden wird, aber wegen verschiedener menschlicher Schwächen nur der Unschuldige aus der Situation entrinnt.

Bei der Umsetzung habe ich mich für ganz einfache geometrische Formen entschieden. Der Grund lag in der begrenzten Rechenleistung meines damaligen Laptops. Graphisch habe ich mich an die Eindrücke vom Film und dem „Filmplakat“ gehalten. Inhaltlich versuchte ich die Idee von 'thinking out of the box' zu visualisieren. Dabei griff ich auf eigene persönliche Erfahrungen zurück.

Wenige Jahre vorher litt ich an einer schwereren Episode einer Depression. In retrospektive erschienen die ersten Schritte (Gedanken), welche dazu führten, ganz harmlos, doch es war bereits in Ihrer Form das Folgende abzusehen. Und so fand ich mich in einer Situation, aus der es keinen Ausweg zu geben schien, wenigstens konnte ich mir keinen denken. Bis mir eines Tages in einem Artikel eine Idee ins Auge sprang, die neue Hoffnung aufkeimen liess. Eine Idee die darauf hindeutete, dass mein Denken mich irregeleitet haben könnte. Und im Verlauf der folgenden Monate und Jahre zeigte das Mentale Gefängnis, in dem ich mich befand, immer mehr poröse Stellen und neue Erfahrungen fluteten meinen Horizont.

Der hier beschriebene Verlauf ist natürlich bezüglich seines Inhaltes gestalterisch bearbeitet um die Beziehung zur visuellen Umsetzung aufzuzeigen.

Als erste Idee schwebte mir ein Flug über eine durch Quadrate definierte Ebene vor, wo der sichtbare Ausschnitt erst einfache geometrischen Elemente (Line, Ecke) der Quadrate zeigen sollte, mit einer langsamen Aufrichtung der Kameraachse bei der in der Totalen die Situation des Kubus als Gefängnis erkennbar wird. Zwischen den Quadraten gab es Spalten durch die Licht schien und den Betrachter zum Teil blendete, zum Teil lockte.

Irgendwie musste jedoch der Ausgang gefunden werden. Die Idee mit dem eindringenden Schwarm von Kreisen war fast erlösend, denn dadurch wurde ein einfacher visueller Trick möglich der es erlaubte den Betrachter aus dem Kubus zu bringen, ohne genau zu erklären zu müssen wie dies nun geschehen konnte. Meine ersten Ideen, in denen die von Aussen eindringenden Ideen den Würfel auflösen, waren animationstechnisch viel aufwendiger.

Basierend auf den ersten Tests und meiner Vorstellung versuchte ich die Dramatik langsam zu steigern bis zum erlösenden Finale. Dabei viel mir die Musik von Carl Orff, Karmina Burana, ein. Mir war bewusst, dass diese Musik aufgrund der Dramatik schon sehr bekannt war und für verschiedene Arbeiten benutzt wurde, und damit schon einen ausgelutschten Geschmack bekommen hat. Allerdings glaubte ich das Ideale Werk für meine Arbeit gefunden zu haben, nicht nur von der dramaturgischen Entwicklung, denn der Chor besingt die Fortune und beklagt das schwindende Glück und steht damit auch Inhaltlich in Verwandtschaft zu meiner Aussage. Ich habe mir dann aber die Freiheit genommen ziemlich unverfroren zu schnipseln um zu einer halb so langen Variante zu gelangen. Wahrscheinlich macht der Text in dieser neuen Fassung nicht mehr viel Sinn.

Wie ich auf die Idee kam mit den aufklappenden Quadraten weiss ich nicht mehr, ich kann mich nur noch an die technischen Schwierigkeiten erinnern die zu lösen waren um im Anschluss ohne grossen Aufwand die über 3000 Quadrate zu animieren. Weshalb ich mich für die Idee erwärmte lag in der neuen Form der Entwicklung die nun möglich war. Als Betrachter wird man nicht mehr einfach in eine gegebene Raumsituation hineingesetzt, die man Schritt für Schritt entdeckt. Der Beobachter kann nun der verspielten Entfaltung des Raumes mit einem gewissen Vergnügen zuschauen, um dann ganz plötzlich und überraschend ein Gefangener eben dieses zu werden. Das ist viel effektiver und entspricht auch verschiedenen Lebenssituationen, in denen man sich in der Kontrolle wähnt die Übersicht zu haben, um sich plötzlich in einer scheinbar auswegslosen Lage zu finden. Erst jetzt fiel die Entscheidung den Rhythmus der Animation mit dem der Musik zu synchronisieren und damit das Visuelle mit dem Musikalischen zu einer Einheit zu koppeln. Ich wollte erst mit der Grösse des Würfels, d.h. der Anzahl der benötigten Quadrate, eine Referenz zum Film „the cube“ setzen. Damit es jetzt mit dem Takt aufging musste diese Zahl geänderter werden.

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